Ratgeber Sauna - Tips zu Wellness und Gesundheit durch Saunieren

Sauna

Sauna für Anfänger

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Vor dem Saunieren sollte man natürlich ausreichend gegessen und getrunken haben. Das ist wichtig für den Kreislauf.

Bringen Sie genügend Handtücher mit, gegebenenfalls einen Bademantel. Dann sollte man sich vor dem Saunabesuch unbedingt abduschen, damit die Hornschicht auf der Haut schon mal aufquillt und auflockert.
Und immer auf den Körper hören.

Q: Also wenn mir komisch wird oder schwindelig, dann schnell raus?

Unbedingt. Dann einfach rausgehen. Also wichtig ist, dass man nicht auf die Saunauhr schaut und sagt, okay, ich muss jetzt hier noch fünf Minuten aushalten, sondern auf den Körper hört; der gibt dann schon früh genug Anzeichen und gibt einem schon das Gefühl, dass man raus muss.

Q: Mit wieviel Minuten fängt man da so ungefähr an?

So Sauna Anfänger, schon so fünf bis zehn Minuten. Wie ich gerade gesagt habe: auf den Körper hören. Dann langsam steigern und unbedingt bei den ersten Aufgüssen aufrecht sitzen, weil durch das Liegen der Kreislauf halt zusätzlich noch beansprucht wird.

Q: Für die Leute, die da so richtig Profis sind und regelmäßig in die Sauna gehen, die machen da eine richtige Zeremonie draus oder warten auch auf den Saunameister, der dann sozusagen seine Zeremonie beginnt. So etwas wird da gemacht?

Ja, bei so einer Sauna Zeremonie nutzen wir besondere Aufgussmittel. Eine Sauna Zeremonie dauert länger, bis zu 30 oder 45 Minuten. Das kann auch mit Einrieb (oder Abrieb) kombiniert werden, zum Beispiel mit Salz.

Q: Das heisst, man muss sich richtig mit Salz einreiben?

Ja, genau. Da werden dann die überschüssigen Hautschuppen abgerieben.

Q: Das macht man aber selber?

Ja, selbstverständlich. Das macht man selbst.
Aber wie gesagt, dann gibt es auch die russische Banja (Sauna Variante).
Man kann sich mit Honig einreiben. Es gibt besondere Sauna Crèmes, mit denen man sich einreiben kann. Man kann so Schönes in der Sauna machen und etwas Gutes für den Körper tun.

Q: Wenn ich mich jetzt zum Beispiel mit Salz einreibe, das wieder abspüle, das bewirkt dann, dass meine Haut praktisch die Wärme oder Hitze besser aufnehmen kann, oder wie verstehe ich das?

Nicht ganz. Also beim Salzabrieb ist es so, dass die überschüssigen Hautschuppen abgerieben werden und so neue Hautzellen gebildet werden können. Dadurch wird die Haut auch durchaus geschmeidiger. Zusätzlich hat man natürlich den Massageeffekt durch den Abrieb, was ebenfalls sein Gutes tut.

Q: Wie ist das mit dem Honig?

Also in der Sauna werden durch das Schwitzen natürlich die Poren geöffnet. Honig hat eine pflegende Wirkung; man kennt das von Pflegeprodukten in der Kosmetik oder auch Schampoo. Und Honig ist nicht nur gut für die Haut, sondern auch für die Haare. Er hat viele Pflegestoffe und tut dem Körper genauso gut wie auch Salz.

Q: Dann sitzt man völlig verklebt in der Sauna.

Genau. Also das Handtuch leidet da natürlich drunter. Deswegen sollte man schon ein eigenes Sauna-Handtuch haben, mit dem man regelmäßig immer in die Sauna geht, um nicht alle Handtücher, die man zuhause hat, zu verunreinigen.

Q: Danach auf jeden Fall immer ins kalte Wasser, nach so einem Sauna Durchgang?

Nicht sofort ins kalte Wasser springen, sondern erstmal an die frische Luft gehen, so dass die Atemwege gekühlt werden. Dann langsam ein paar Schritte gehen an der frischen Luft, damit der Körper allmählich gekühlt wird. Anschließend können Sie dann auch ruhig ins kalte Wasser gehen.

Die Sauna soll ja gesundheitsfördernd sein und in unserem Alter muss man ein wenig darauf achten, dass man etwas für die eigene Gesundheit tut.

Q: Fühlt man sich danach so richtig lebendig oder ist man dann wirklich müde und möchte am liebsten ins Bett?

Sowohl als auch. Manchmal ist man müde, aber man fühlt sich natürlich viel frischer und – wie soll ich sagen – einfach erholt.

Sauna Extras Salz und Honig

Sauna für die Gesundheit

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Q: Bei 30 Grad und mehr Außentemperatur in die Sauna, da komme ich schon bei der Vorstellung ins Schwitzen. Dass Schwitzen gut ist, jedenfalls in der Sauna, weiß ich aber.

Ricardo Müller aus der Ith Sole Therme Salzhemmendorf erklärt, wie das Saunieren auf den Körper wirkt.

Die Sauna-Saison ist eigentlich nie vorbei, ein richtiger Saunagänger kann das ganze Jahr in die Sauna gehen, um den gesundheitlichen Effekt, den man durch die Sauna erwirken möchte, aufrechtzuerhalten.
Deswegen sollte man wirklich auch das ganze Jahr in die Sauna gehen, egal ob es draußen 40 Grad sind oder minus zehn.

Die Belastung für den Körper ist gleich, klar. Im Sommer ist der Kreislauf gerade bei älteren Leuten schon ein wenig mehr beansprucht. Aber um das zu trainieren, können Sie ruhig das ganze Jahr in die Sauna gehen und mit dem Kalt-Warm-Effekt, zum Beispiel das kalte Duschen, das trainiert das Herz-Kreislauf System.

Q: Aber warum ist denn der Saunagang nun wirklich so gut? Ricardo Müller weiß mehr.

Medizinische Studien haben erwiesen, dass Saunagänger sich weniger oft erkälten. Das liegt daran, dass eine Art “künstliches Fieber” erzeugt wird, bei dem der Körper bis auf 39° C erwärmt wird und dadurch Krankheitserreger im Körper abgetötet werden. Weitere Effekte sind eine Senkung des Blutdrucks, Anregung des Kreislaufs, des Stoffwechsel und des Immunsystems.

Außerdem dient Saunabaden auch zur Hautpflege und verlangsamt das Altern und Gefäßverengung. Es ist ein “Gefäßtraining” durch den ständigen kalt-warm Reiz in der Sauna und dem Schwallduschen hinterher.

Q: Der Haut gefällt das Saunieren. Wenn man aber in die Sauna geht, sollte man Zeit einplanen, genügend Handtücher und einen Bademantel mitnehmen für die Ruhephasen und für den allerersten Saunagang …

Ja, mit niedrigeren Temperaturen beginnen, um auszutesten, wie der Körper auf die Sauna reagiert. Dann kann man langsam steigern.

Eine Sauna hat ja zudem verschiedene Bankhöhen. Man kann sich also vielleicht erstmal auf die mittlere Bank setzen und später auf die höhere Bank, um so zu schauen, wie mein Körper eigentlich reagiert.

Q: Und für die Schamigen unter uns, man kann sich ja ein Handtuch um die Hüften schwingen, damit man nicht so ganz nackt dasteht?

Das ist gar kein Problem. In den Ruhezeiten kann man gerne einen Bademantel anziehen. Man muss ja nicht die ganze Zeit nackt durch den Saunabereich laufen. Auch in der Sauna ist es kein Problem, wenn man sich ein Handtuch um die Hüfte oder um den Oberkörper bindet. Wenn man sich nicht wohl fühlt, ist das gar kein Problem. Man sollte nur die Badekleidung ausziehen, ansonsten entsteht ein Hitzestau durch die Synthetik.

Wirkung der Sauna auf den Körper

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Saunieren an sich versetzt den Körper natürlich erstmal in einen Schwitz-Zustand. Das heißt also, die Gefäße werden geweitet, die Blutzufuhr in Muskeln und Gewebe wird erhöht und der Stoffwechsel wird angeregt. Es kommt damit zu einem intensiven Schwitz- und Entschlackungsprozess, der wiederum dazu führt, dass Stoffe über die Haut aus dem Körper ausgeschieden werden; eben eine Entschlackung.

Die wohltuende Wärme ist natürlich hervorragend bei Muskelverspannungen und -verkrampfungen. Das löst sehr schön und lockert, macht die Muskulatur und das Bindegewebe sehr weich und sorgt dafür, dass alles sehr gut durchblutet wird.

Q: Merkt man Leuten, die regelmäßig in die Sauna gehen, das an? Also sind die dann nicht so anfällig für Erkältungskrankheiten?

Das kann man durchaus so sagen. Ein regelmäßiger Saunagänger ist natürlich weniger anfällig für die Auswirkungen von Wetterumschwüngen; also dass man verschnupft oder erkältet ist. Der Körper ist im Grunde genommen wesentlich kräftiger und resistenter gegen Wetterwechsel und Temperaturumschwünge.

Man geht erst zehn oder 15 Minuten in eine sehr warme Kabine und kühlt sich dann draußen an der frischen Luft oder auch im Kaltwasser-Becken ab, so dass wiederholt ein Wechselreiz im Körper stattfindet, was dazu führt, dass das Immunsystem und der ganze Körper viel kräftiger wird.

Q: Was passiert da? Was muss man als erstes machen? Kalt duschen?

Natürlich. Vorreinigen ist immer wichtig. Man sollte nie ungeduscht in die Sauna gehen; man riecht sonst einfach.
Grundsätzlich sollte man zwei Stunden Zeit mitbringen, ein paar flauschige Badedandtücher, einen Bademantel und Badeschlappen; dann noch Pflegemittel für hinterher.
Für diesen Entspannungseffekt wollen wir nie mit Stress in die Sauna.
Man sucht sich eine Sauna aus, in der man sich wohlfühlt und wo die Temperatur den eigenen Vorlieben entspricht. Ich empfehle für Sauna-Neulinge eine Wärmestufe, die nicht ganz so weit oben ist. In der Sauna sind ja verschiedene Wärmestufen und Bänke: je höher man sitzt, desto wärmer wird es.
Vielleicht erstmal auf einer etwas niedrigen Bank anfangen. Dann ein Handtuch unterlegen, damit der Schweiß nicht auf die Bänke tropft und einfach diese Zeit in Ruhe genießen, sich auf die Wärme und den Raum einlassen, zurücklehnen und mal entschleunigen.

Q: Wie heiß ist es denn in der Sauna?

Es gibt verschiedene Sauna-Typen. Die klassische Finnische Sauna hat zwischen 90 und 95 Grad, je nachdem, wo man liegt. Bio-Sauna fängt bei 45 bis 60 Grad an, mit einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit. Dann gibt es noch die Erz-Saunen oder russische Banjas. Die haben dann schon eine Temperatur zwischen 100 und 105 Grad mit einer sehr trockenen Luft.

Q: Ist es denn so, dass jeder und in jedem Alter in die Sauna kann?

Selbst Babies können mit in die Sauna gehen; das ist überhaupt kein Problem. Dann wächst man natürlich in diese Sauna- und Schwitz-Kultur hinein und nach oben hin sind [in Bezug auf das Alter] eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Q: Gibt es irgendwelche Zeitvorgaben, zum Beispiel “immer drei Mal 15 Minuten” in die Sauna? Kann man das steigern oder muss das eher weniger sein?

Ja, es die gängige Meinung, dass man diese 15 Minuten durchhalten muss. Allerdings ist meine Erfahrung wirklich die, dass man sich in der Sauna ganz einfach so lange aufhält, wie es der Körper gerade verträgt. Da ist der eigene Körper wirklich der beste Indikator, wie lange ich jetzt in der Sauna verweile. Das können durchaus auch 20 Minuten sein, wenn man sich wohlfühlt. Und wenn es nur sieben Minuten sind, ist das auch völlig in Ordnung. Da muss man wirklich ganz klar auf den eigenen Körper hören